Dr. Martina Melzer, veröffentlicht: 04.12.25
Es ging schon im Vorschulalter mit Wachstumsschmerzen los. Während der Pubertät kamen Rückenschmerzen, Fatigue. Später empfand Sandra Klossowski, Hebamme, Schmerzen
überall im Körper, hatte ständige Infektionen. Mit Ende 20 wurde sie Mutter, die Geburtserfahrung war schwierig. Danach bekam sie mehr Schmerzen, war noch erschöpfter, später wurde eine Hashimoto-Thyreoiditis festgestellt und ein Arzt stellte die Diagnose „Schmerzsyndrom“. 2008 bekam Sandra die
Diagnose Depressionen und Burnout. Da äußerte ein Arzt auch den Verdacht auf eine Fibromyalgie. Doch erst zehn Jahre später, 2018,
bekam sie die Diagnose.
Seit 2019 befindet sich Sandra Klossowski, die das Buch „Schmerzgepäck“ geschrieben hat, auf ihrer „Heilreise“, wie sie es nennt. Im Video-Interview erzählt sie ihre beeindruckende Geschichte und
was ihr bislang geholfen hat, inzwischen schmerzfreie Zeiten zu haben und sogar an Remission zu denken!
Hinweis: Wir konnten im Interview nicht alles erwähnen, was Sandra geholfen hat. In ihrem Buch kannst du das aber nachlesen.
Was nur begrenzt geholfen hat:
- Medikamente (niedrig dosierte Antidepressiva zur Schmerzlinderung, Schmerzmittel, Muskelrelaxantien halfen gar nicht)
- Klinikaufenthalte
- Physiotherapie
Was geholfen hat und hilft:
- Erwerbsminderungsrente, auch wenn das eine schwierige Entscheidung war
- Das Leben auf den Kopf stellen
- Umzug an die Ostsee, ihren „Heilort“ wie Sandra es nennt – in ein stressfreieres Leben
- Psychotherapie mit Fokus auf die Schmerzen
- Die Natur ist ihre Tankstelle
- Nein sagen, sich selbst priorisieren, Selbstfürsorge
- Dankbarkeit und Achtsamkeit
- Regelmäßige Bewegung
- Osteopathie
- Buch schreiben, um „der Fibromyalgie eine Stimme und ein Gesicht zu geben“
- Alan Gordons Buch „Wege aus dem Schmerz“ hatte sie „gecatcht“, wie sie sagt, ab da machte sie Somatic Tracking (eine spezielle Achtsamkeitsübung für Schmerzen und andere Symptome). „Irgendwann fiel mir auf, dass ich beim Autofahren gar keine Schmerzen mehr hatte“ - es gab also erste Erfolge, der Ansatz greift an der Ursache des chronischen Schmerzes an. Sandra lernte, dass sie einen „noziplastischen Schmerz“ hat, der erlernt ist und durch die sogenannte „Pain Reprocessing Therapy“ (PRT) verlernt werden kann – das ist etwas anderes als man typischerweise in der multimodalen Schmerztherapie lernt, wo es eher um Schmerzmanagement geht. Der neue Ansatz ist „bahnbrechend“, wie Sandra sagt
- Podcast „Muss das so wehtun“ und Pierres Webseite
https://mind-body-ressourcen.de/
https://lnk.bio/mussdassowehtun
- Journalspeak (eine spezielle Journalingmethode der US-Psychologin Nicole Sachs, es ist eine Form des expressiven Schreibens)
- Dan Neuffers Heilungsgeschichte von Fibromyalgie und ME/CFS (Buch „CFS Unravelled“)
- Mindset „das ist doch heilbar“, neuer Umgang mit Symptomen, aus der Hilflosigkeit in die Selbstwirksamkeit
- Die HELP-App von Dr. Antje Kallweit hat sie total begeistert. Dort konnte Sandra die Erkenntnisse zur PRT vertiefen und weiter anwenden
https://www.help-app.de/
Sandras Botschaft: „Es lohnt sich, sich auf den Weg zu machen und Hilfe zu holen“
Hinweis: Die erwähnte Klinik in Berlin ist meines Wissens insolvent. Sandra erwähnt an einer Stelle, dass es 16 Jahre bis zur Diagnose Fibromyalgie dauert. Sie nennt die Deutsche Gesellschaft für
Ernährung als Quelle, meint aber die Deutsche Schmerzgesellschaft (wir verwechseln alle mal was:-))
So findest du Sandra:
Instagram:
@schmerz_gepaeck_weg
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und jeder Weg heraus.




